Vergesst Neuruppin!

Dahmetal in Brandenburg! Warum macht mich dieser Ort an? Ist es seine Lage, sind es seine Felder und Wiesen, sind es die Burschen, die strammen, die aus ihm stammen oder seine kecken Frauen, die sich möglicherweise eine stattliche Zahl berühmter Dichter, Feldherren und Architekten aus ihren lodernden Lenden locken ließen? Nein, all das ist es nicht, es ist vielmehr einfach schön, dass es einen Ort gibt, der durch das Einfügen von nur zwei Buchstaben zu einem Subgenre des Heavy Metal wird. Dahmetal, du Schöne!

Heavy Metal war einmal meine Leib- und Magenmusik, und auch heute befällt mich gelegentlich eine Sehnsucht nach ihr. Dann wird es still in meinen Gemäuern, der Kamin wirft dunkelrote Schemel an die Wand, die sich auch in meinem Rotweinglas in tausend Facetten brechen, während die ehrwürdig rohen, steinernen Wände die Klänge von Iron Maiden, Manowar und Megadeth zurückwerfen. So will das “Schwermetall” – denn nichts anderes bedeutet Heavy Metal – so will diese Musik gehört werden. Und nicht mit fliegendem Haar und in voller Lautstärke! Das ist ungesund, das wird mir jeder Leib- und Magen-Arzt bestätigen.

Und noch was! Was haben das Lied “Alle meine Entchen” und die deutsche Nationalhymne gemeinsam? Es ist nur jeweils eine Strophe von ihnen in Gebrauch. Wie ich aus einem Liederbuch erfuhr, gibt es mindestens vier Strophen zu “Alle meine Entchen”, in denen noch anderes Federgedöns vorkommt. So haben die Erwachsenen ihre nicht gesungenen Strophen, so haben die Kinder ihre nicht gesungenen Strophen. Quid est homo, non intravertur ut in dingsbums oder was, keine Ahnung.

Aber zurück zum Heavy Metal: Auf die Lautstärke kommt es wie gesagt nicht an, es muss nicht poltern und dröhnen. Ebenso wie in der Rede. Die mächtigsten Wörter und Begriffe schocken und splattern nicht. Weltkulturerbe! Gibt es ein Wort, das mehr auf die Kacke haut? Ist da etwas, das dem Weltkulturerbe klassifikatorisch übergeordnet sein könnte? Es müsste schon irgendwas mit “Orbital-” oder “Universal-” am Anfang sein.

Kommt jetzt nochn Witz mit Dahmetal und Weltkulturerbe? Von mir heute nicht mehr, aber ihr könnt euch ja selber was ausdenken, ich habe ja jetzt Beispiele genug geliefert, wie derartige Assoziationen funktionieren (s. Blogarchiv).

A propos (s. Blogarchiv): Astrid Kaiser! Nicht die Oldenburger Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser. Es ist auch nicht die amerikanische Präsidentin Astrid Kaiser, wenn ihr noch wissen wollt, wer die hier gemeinte Astrid Kaiser zum Beispiel auch nicht ist. Astrid hat noch keinen großen Namen. Dafür ist sie immer sie selbst geblieben. Ich kenne sie schon seit der Schulzeit, in den späten Schuljahren hingen wir zusammen mit denselben Leuten von der Schule ‘rum, ein eher linksalternativer Kreis, ihr wisst schon, die Polyglotten, Mondänen, Natur- und Handwerksverbundenen, die auch schon früh dementsprechendes Engagement zeigten. Es mag konstruiert klingen, aber unser damaliger Freundeskreis war schon weltweit als Waldwirt oder Wildwart tätig, als ihr noch gar nicht auf der Welt wart! Willkommen, Astrid!

One Response to “Vergesst Neuruppin!”

  1. froschfilm sagt:

    Im Gegensatz zum neuen Stück von Studio Braun gibt dieser hübsch gearbeitete Beitrag zum Ende noch mal richtig Gas. Danke!

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